Migräne und frühes Trauma – Wenn der Körper fliehen will
Migräne ist mehr als Schmerz - oft steckt die unbewusste Traumareaktion Flucht dahinter. Erfahre, wie dein Körper versucht zu entkommen und wie Emotionsarbeit hilft, Sicherheit zurückzugewinnen.
Datum:
11.11.2025
Kategorien:
von Sara Theile, Heilpraktikerin für Psychotherapie
Migräne kann sich anfühlen wie ein Rückzug des ganzen Systems: der Körper will einfach nur weg. Viele Betroffene kennen Bedürfnis nach Rückzug, Dunkelheit, Ruhe, nichts und niemandem begegnen zu müssen. Doch genau diese Reaktion ist oft mehr als nur eine Folge der Schmerzen. Sie kann tief im Nervensystem verankert sein: als Fluchtreaktion auf frühe emotionale Erfahrungen.
Lies jetzt den zweiten Teil meiner Reihe Migräne und frühes Trauma – Wenn der Körper fliehen will.

Flucht als Überlebensreaktion des Nervensystems
Wenn wir über Trauma sprechen, denken viele an plötzliche, überwältigende Ereignisse. Aber frühes Trauma bedeutet meist etwas anderes: Es entsteht, wenn Kinder über längere Zeit in Situationen leben, in denen ihre Bedürfnisse nicht gesehen oder gehalten werden. Das Nervensystem und vor allem dein emotionales System lernt dabei nicht Sicherheit, sondern Alarm.
Ein Baby oder Kleinkind kann weder kämpfen noch fliehen. Es bleibt ohnmächtig, erstarrt, passt sich an. Doch der Körper speichert: „Gefahr! Ich muss hier weg.“
Diese Reaktion kann im Erwachsenenleben weiter aktiv bleiben. Das zeigt sich dann beispielsweise als innerer Rückzug, Überforderung, Überreizung und gipfelt dann in Migräne.
Migräne als Form innerer Flucht
Viele meiner Klientinnen beschreiben, dass Migräne sie „rausnimmt“. Sie können nichts mehr tun, müssen sich hinlegen, alles abgeben. Das ist keine bewusste Entscheidung und kein „Krankheitsgewinn“. Es ist das Nervensystem, das die Notbremse zieht.
Die Frage ist also nicht: „Nutze ich die Migräne, um zu fliehen?“
Sondern: „Wovor flieht mein System?“
Oft ist es nicht der Schmerz selbst, sondern das, was darunter liegt: Hilflosigkeit, Verzweiflung oder das Gefühl, ausgeliefert zu sein.
Die unsichtbaren Fluchten des Alltags
Diese unbewusste Flucht zeigt sich nicht nur in Migräneattacken. Sie taucht auch im Alltag auf:
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ständiges Beschäftigtsein,
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das gedankenlose Scrollen durchs Handy,
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Serien-Marathons,
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emotionales Essen,
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oder das Bedürfnis, nie allein zu sein oder ganz im Gegenteil.
All das sind Strategien, um nicht zu spüren, was in uns eigentlich angetriggert wird. Denn dort, wo wir alte Emotionen berühren würden, schaltet das System lieber in Flucht.
Warum das Erkennen so wichtig ist
Wenn du beginnst, dich selbst zu beobachten, erkennst du vielleicht Momente, in denen du innerlich fliehen möchtest: wenn jemand dich kritisiert, wenn du dich unverstanden fühlst, wenn du denkst, du musst dich rechtfertigen. Genau hier liegt der Schlüssel zur Emotionsarbeit.
Denn Heilung passiert nicht, wenn du dich durch Regulationsübungen dazu bringst, „ruhig zu bleiben“. Heilung beginnt, wenn du merkst: „Ah, jetzt will etwas in mir fliehen…. und das darf ich wahrnehmen.“
Dieses Bewusstwerden ist der erste Schritt, um aus der automatischen Flucht in Kontakt mit dir selbst zu kommen.
Die Traumareaktionen Kampf und Flucht liegen eng beieinander. Lies auch Teil 1 meiner Reihe Migräne und frühes Trauma – Wie alte Muster den Körper in den Kampfmodus bringen.
Was du tun kannst – dein Einstieg in die Emotionsarbeit
Wenn du merkst, dass du dich oft zurückziehst, überforderst oder innerlich abschaltest, ist das kein Fehler. Es ist dein inneres Schutzsystem, das versucht, dich vor seelischem Schmerz.
Um sanft in diesen Weg einzusteigen, habe ich den KörperGefühl-Adventskalender – Inneres Kind & Körper entwickelt. Er begleitet dich mit kleinen täglichen Impulsen zurück zu deinem Körpergefühl und ist dein erster Schritt in die Emotionsarbeit.
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Lass uns Leben statt Durchhalten!
Deine Sara

