Warum dein inneres Kind nicht geheilt werden will – und was wirklich hilft

Innere Unruhe und Angst kennst du gut? Du steckst fest in Gedankenkreisen, die dich nicht loslassen?

Vielleicht ist es dein inneres Kind, das verzweifelt versucht, dir etwas zu sagen.

Wenn du dein inneres Kind heilen willst, hinterfrage was du bisher dazu weißt und finde einen neuen Umgang mit deinem inneren Kind, ohne dich von der Angst lähmen zu lassen.

Datum:

02.04.2025

von Sara Theile, Heilpraktikerin für Psychotherapie und Bindungsberaterin

Wenn du dein inneres Kind heilen willst, hilft dir dieser Artikel zu verstehen, warum dein inneres Kind nicht geheilt werden will und warum genau das kein Zeichen von Versagen ist, sondern ein wichtiger Hinweis auf das, was wirklich gebraucht wird.

Viele Menschen beschäftigen sich mit der inneren Kindheilarbeit, weil sie hoffen, endlich alte Wunden zu heilen und sich „richtig“ zu fühlen. Vielleicht hast auch du schon vieles ausprobiert – Meditationen, innere-Kind-Arbeit oder Coachings – und trotzdem bleibt das Gefühl, dass etwas nicht funktioniert.

Sara schaut weg von der Kamera, in sich gekehrt mit geschlossenen augen, Gelber Hintergrund, Titel: Warum dein inneres Kind nicht geheilt werden will und was es wirklich braucht

Was ist das innere Kind in mir?

Dein inneres Kind ist die Summe aus deinen prägenden Erfahrungen. Es gibt nicht nur ein inneres Kind, sondern viele.

Diese verschiedenen inneren Anteile in dir bestimmen unbewusst dein Denken, Fühlen und Handeln im Hier und Jetzt.

Was wir als Kind verinnerlicht haben – und das sind nicht nur Glaubenssätze – ist heute unsere Wahrheit.

Wenn wir diese Hinterfragen wollen, müssen wir schauen, wie sie entstanden ist. Wer also in der Therapie oder auch einfach nur für sich zu seinen Kindheitserfahrungen schaut, begegnet dem inneren Kind.

Dieses alte Welt- und Beziehungsbild in uns war ein Schutz um die Bindung zu unseren Bezugspersonen zu halten.

Heute treten diese unbewussten Schutzstrategien immer noch auf. Was früher ein Schutz war, ist heute unser Leid, weil wir nicht unbeschwert leben.

Deine unverarbeiteten Emotionen sind es, die du dir mithilfe deiner inneren Kinderanschauen kannst.

Was bedeutet inneres Kind heilen eigentlich?

Wenn wir mit Emotionen arbeiten, arbeiten wir mit unverarbeiteten Erfahrungen aus der Kindheit. Ich mache dies gerne bildlich mithilfe des inneren Kindes.

Warum dein inneres Kind nicht geheilt werden will und was es stattdessen braucht ist so wichtig zu reflektieren – denn es gibt verletzte innere Anteile in dir, die wissen: „Das ist nicht wieder gut zu machen!“ Wie du das anerkennen kannst und worauf du getrost verzichten kannst, erfährst du jetzt.

In diesem Artikel möchte ich dir über ein paar Fallstricke auf meinem Heilungsweg erzählen und wie ich vom Gesetz der Resonanz, der Kraft der Gedanken und dem „Da-Sein-Lassen“ der Gefühle zur Emotionsarbeit gekommen bin.

Warum dein inneres Kind kein Projekt ist, das abgeschlossen werden muss

Wir streben so sehr nach Heilung. Wir hören auf allen Kanälen von den besten Methoden:

  • Beziehungsprobleme? Heile dein inneres Kind.
  • Du fühlst dich oft nicht ernst genommen? Arbeite an deinem Selbstwertgefühl.
  • Du kommst nach Feierabend nicht zur Ruhe oder kannst wegen kreisenden Gedanken nicht einschlafen? Reguliere dein Nervensystem.

Das lässt vermuten, dass Heilung ein Projekt ist, dass du ständig optimieren kannst, wenn du nur diese oder jene Methode anwendest.

Wenn du dich tiefergehend mit deinem inneren Kind oder eher den vielen inneren Kindern in dir beschäftigst, wirst du feststellen, dass sich manche Probleme durch Reflektieren und ein paar Erkenntnissen über deine Verhalten lösen lassen.

Doch oft geht es dann nicht wirklich weiter und wir haben das Gefühl unsere Blockaden lösen sich einfach nicht oder wir stecken in unseren Mustern fest.

Die 5 häufigsten Denkfehler in der inneren-Kind-Arbeit

1. Mein verletztes inneres Kind muss geheilt werden

Erst, wenn mein inneres Kind geheilt ist, werde ich meine körperlichen und seelischen Symptome im Hier und Jetzt los. Es ist ganz anders und du brauchst diesen Heilungsdruck nicht.

Wenn du dir vorstellst du sagst zu deinem inneren Kind: „Ich sehe dich zwar und verstehe dich, aber nur, damit du mir nachher keine Probleme mehr machst und ich mich endlich sicher in meinem Körper fühle.“

Was ist daran problematisch? Du zeigst deinem inneren Kind, dass du es nicht haben willst – und genau für die emotionale Verletzung aus deiner Kindheit.

Schauen wir uns ein Beispiel an:

Was sagt mein trauriges inneres Kind?

Ich kenne mein trauriges inneres Kind schon lange und habe lange gebraucht bis ich ihm wirklich begegnen konnte.

Was sagt vielleicht dieses traurige innere Kind? Wieso ist es so schwer? Wieso geht es nicht weg? Es hat ja eine Botschaft für mich. Und ich musste lernen, wie ich diese Botschaft entschlüsseln kann. Wie kann ich zuhören?

Das funktioniert nicht einfach mit „Alles darf da sein“, weil mich das meistens nur darin festhält. Ich bleibe traurig und mutlos.

Das habe ich wieder in einer KörperGefühl-Gruppenstunde erlebt. Eine Teilnehmerin hatte ganz starke Gedankenkreise, die in ihr Panik auslösten. Als sie dann in die Angst hineingespürt hat, wurde sie förmlich davon überrollt. Ihr Körper geriet in den Notfallmodus.

Abstand zur Angst gewinnen

Meine Klientin war im Notfallmodus. Da reicht es nicht zu sagen: „Lass es einfach da sein.“ Es war wichtig zu erkennen: „Ja, da ist Angst, und ich würde am liebsten die ganze Zeit sagen: ‚Ich kann nicht, ich kann nicht, ich will nicht.'“

Wir haben die Angst dann bildlich gemacht. „Wie sieht diese Angst aus?“ fragte ich sie. Sie beschrieb sie als eine kleine Maus, die zittert.

Das war ein kraftvoller Moment: So große Angst und doch nur so eine kleine Maus! Danach konnten wir erkunden, was noch im Körper spürbar war. Was fühlt sich ruhig an? Es waren die Füße und wir konnten einen Gegenpol zur Angst spüren.

Wenn die Angst bildlich gemacht wird, kannst du dir vorstellen, sie aus dem Körper herauszunehmen und vor dich zu platzieren. Oder sie in den Garten zu stellen, hinter einen Zaun, und von dort zu betrachten. Das schafft Abstand.

Warum „Alles darf da sein“ nicht immer hilft

Diese Übung zeigt: Manchmal ist es einfach zu viel, die Angst direkt zu fühlen. Sie ist ständig da, sie erschöpft mich. Dann nehme ich bewusst Abstand. Der Körper kommt aus dem Notfallmodus heraus.

Erst dann kann ich mich ehrlich fragen: „Darf das da sein?“ Und sofort kommt: „Nein! Natürlich nicht! Ich will nicht immer Angst haben, also darf sie auch nicht da sein!“

Deshalb hinterfrage ich „Alles darf da sein“ kritisch.

Denn dahinter verbirgt sich oft der Grund, warum dein inneres Kind nicht geheilt werden will: es spürt sozusagen, dass es eben nicht erwünscht ist. Darauf weist es dich unbewusst hin – mit deinen hartnäckigsten Symptomen, wie Schmerzen, Migräne und Erschöpfung.

Auch wenn du deine Symptome natürlich am liebsten loswerden willst, braucht dein verletztes inneres Kind einen Platz bei dir, wo es so sein darf wie es ist. Kurz gesagt: Es braucht die Anerkennung, dass es schlimm war und die Verletzung nicht wieder gut zu machen ist.

UND es gibt noch weitere innere Anteile in dir. Du musst dich nicht deiner Angst ausliefern.

Gegenüberstellung Angst begleiten statt regulieren und wegmachen -wichtig, wenn du inneres Kind heilen wiillst

2. Wenn ich die Innere-Kindarbeit richtig mache, verschwindet der Schmerz

Streng dich nur mehr an! Kann Heilung geschehen, wenn wir etwas leisten? Nein. Aus meiner Erfahrung bleiben wir dann in unserem Liebkind, dem angepassten inneren Kind in uns, hängen. Es musste vielleicht lernen: Nur wenn ich etwas leiste, habe ich Liebe verdient.

Als ich mich auf meinem Heilungsweg richtig angestrengt habe, hatte ich zuvor gelesen, dass ich alles anziehe, was ich aussende…

Die Gefahr der Schuldgefühle

Dieses Thema hängt auch mit dem Gesetz der Resonanz zusammen, mit dem ich inzwischen nicht mehr mitgehe. „Worauf du deine Aufmerksamkeit richtest, das wächst.“

Dieser Gedanke hat mich oft in Schuldgefühle gestürzt. Wenn meine Gedanken kreisten, dachte ich: „Oh nein, jetzt wird alles schlimmer, weil ich zu viel Energie hineinsende!“

Dann versuchte ich zwanghaft, meine Gedanken umzulenken, Meditationen zu machen, mich auf Positives zu konzentrieren. Aber das funktionierte nicht – zumindest nicht länger als ein paar Tage.

Warum positives Denken nicht die Lösung ist

Natürlich kann es wohltuend sein, sich auf den Atem zu konzentrieren oder sich vorzustellen, wie Licht in den Körper fließt. Aber das Problem mit dem Fokus auf positive Energie ist, dass es den inneren Kritiker aktiviert:

„Du kriegst es einfach nicht hin! Du verbaust dir alles selbst mit deinen negativen Gedanken!“

Und das ist nicht die Lösung. Denn tief in mir gibt es Anteile, die sagen: „Nein, mir geht es schlecht, weil mir Unrecht getan wurde. Ich kann das nicht einfach loslassen, bis du es siehst und verstehst.“

Diese inneren Anteile schützen mich. Aber wenn ich krampfhaft versuche, meine Energie in eine positive Richtung zu lenken, entferne ich mich nur weiter von mir selbst.

3. Mein inneres Kind hält mich zurück

Ich bin blockiert. Alles nur Selbstsabotage? Eben nicht. Dein inneres Kind kann dich nicht manipulieren! Was sich so anfühlt, als könntest du dich nicht aufraffen, ist meistens ein Schutz.

Schutzstrategien erkennen

Wenn ich immer wieder in den gleichen Konflikten lande – sei es mit meinen Mitmenschen, meinen Kindern oder in Beziehungen-, dann liegt das oft an unbewussten Schutzmechanismen.

Es ist entscheidend, diese Schutzstrategien zu erkennen. Was steckt dahinter? Was wird geschützt? Erst dann kann sich wirklich etwas verändern.

Du kannst dich zunächst fragen: Welche Emotionen werden durch den Konflikt in MIR ausgelöst? Das kann helfen, sich nicht gedanklich im Kreis zu drehen, sondern zu erforschen worum es wirklich geht. wenn dich die gedankenkreise gar nicht loslassen, stecken oft tiefe emotionale Verletzungen dahinter.

Die Falle der Abhängigkeit von Coaches

Lange Zeit habe ich ausschließlich mit Beraterinnen und Coaches gearbeitet. Sie waren wertvoll für mich, aber ich hatte eine Erwartung: „Ihr müsst mich erlösen!“ Wie ich heute, weiß, saß ein innerer Anteil am Steuer, der sich diese Erlösung so sehr wünschte.

Dadurch habe ich meine Selbstwirksamkeit aus der Hand gegeben. Ich hoffte, dass jemand anderes meine Probleme für mich löst. Erst als ich lernte, selbst Verantwortung zu übernehmen, drehte sich mein Weg um 180 Grad.

4. Ich muss mein inneres Kind verändern

Das innere Kind transformieren oder ins Licht schicken? Das brauchst du nicht. Das zeigt wieder nur „Du störst mich. Ich will dich nicht.“ Nur kommt diese innere Ablehnung es in vielen spirituellen Kreisen in Geschenkpapier daher.

Dein inneres Kind braucht echte Beziehung und deine Präsenz.

Beziehung zum inneren Kind aufbauen

Du kannst wieder lernen eine Beziehung zu dir selbst aufzubauen. Am einfachsten ist das tatsächlich durch eine echte Beziehung, zum Beispiel zu einer Therapeutin.

Mein persönlicher Wendepunkt nach all den Coaches kam, als ich in einem Kurs eine Gleichgesinnte fand, mit der ich regelmäßig arbeitete. Wir haben gemeinsam erforscht, was in uns los ist. Diese kontinuierliche Praxis hat alles verändert.

Ich musste nicht mehr ständig Geld für teure Coaches ausgeben, sondern konnte mir selbst helfen. Heute weiß ich: Diese Selbstwirksamkeit ist unbezahlbar.

Wer hat das Steuer in der Hand?

Früher hatte oft ein inneres Kind das Steuer in der Hand, das rief: „Bitte erlöse mich!“ Ich gab anderen die Verantwortung für meine Heilung. Heute frage ich mich: „Warum will dieses innere Kind erlöst werden? Wovor will es beschützt werden?“

Wenn ich das erkenne, kann sich etwas verändern. Das Gleiche gilt für den inneren Kritiker, der mich kleinmacht, oder die innere Macherin, die zwanghaft alles positiv sehen will.

Sobald ich weiß, wer das Steuer in der Hand hat, kann ich bewusst damit arbeiten.

5. Heilung ist ein Ziel, das ich erreichen muss

Zu Beginn fühlt es sich so an, ja. Aber wenn du lernst die Wellen der Heilungsprozesse zu surfen, wirst du merken, dass der Weg das Ziel ist – so abgedroschen es klingt.

Wir sind alle geprägt durch unsere frühen Bindungserfahrungen und die Verletzungen auf der emotionalen Ebene. Die unbewussten Schutzmechanismen und logischen Reaktionen darauf haben dich bis hierher begleitet. Ganz genau erkläre ich das in meinem Buch „Wenn der Körper erzählt“.

Was dein inneres Kind wirklich braucht (statt Heilung)

Heilung entsteht. Sie darf sich entwickeln und muss nicht abgeschlossen werden. Die Zuwendung, die du deinem inneren Kind schenkst, zahlt sich aus: in einer neuen Verbindung zu dir selbst und anderen. In dem Gefühl, dass du nie falsch warst, sondern immer absolut richtig.

Dein Heilungsweg braucht Zeit und Begleitung

Dieser Weg dauert Jahre, nicht Monate. Und er geht nicht allein. Deshalb lade ich dazu ein, sich Begleitung zu holen – sei es durch mich oder andere Gleichgesinnte. Lies hier, welche 3 Elemente wir bei der inneren Kindarbeit unbedingt brauchen.

Die inneren Kinder in dir, die nicht geheilt werden möchten, brauchen deine Aufmerksamkeit. Deine tiefsten emotionalen Verletzungen möchten gesehen werden. Erst wenn du lernst ihnen zu begegnen, können Heilungsprozesse angestoßen werden. Und dazu müssen deine inneren Kinder nicht anders sein. Sie brauchen ein recht auf ihre Wahrheit.

Ich begleite dich gerne dabei! Schreib mir deine Frage.

inneres Kind heilen durch anerkennung der emotionalen verletzung: auf dem Bild gegenüberstellung, wie das innere kind begleitet werden kann.

Dein inneres Kind braucht etwas anderes, als wir im ersten Moment denken.

Wenn du lernen möchtest, wie du deinen verletzten und verdrängten Emotionen begegnen kannst: hol dir den Mini Guide Raus aus dem Alarm- rein in dich für 0 €, dein erster Schritt zurück zu dir!

Lass mich wissen, ob du dich in diesen Themen wiederfindest oder ob dich etwas überrascht hat. Ich freue mich, von dir zu hören!

Leben statt Durchhalten

Deine Sara

Über Sara Theile

Sara Theile ist Heilpraktikerin für Psychotherapie und hilft Menschen, die mit ihren chronischen Schmerzen und Migräne schon alles versucht haben durch körperorientierte Emotionsarbeit mit dem inneren Kind einen neuen Umgang mit den Symptomen zu erlernen, um wieder Kraft für die schönen Dinge des Lebens zu haben. Sara teilt ihre Mission den Zusammenhang zwischen frühen Erfahrungen und emotionalen Verletzungen und chronischen Schmerzen bewusst zu machen. Mehr über Sara findest du hier: https://saratheile.de/ueber-mich/

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