Warum dein inneres Kind nicht geheilt werden will – und was es wirklich braucht

Kennst du das Gefühl, dass dich immer wieder die gleiche Angst überrollt? Dass du feststeckst in Gedankenkreisen, die dich nicht loslassen? Vielleicht ist es dein inneres Kind, das verzweifelt versucht, dir etwas zu sagen. Doch anstatt es einfach „da sein zu lassen“, geht es darum, wirklich hinzuhören und zu verstehen, was hinter der Angst steckt. In diesem Artikel teile ich meine persönliche Erfahrung und zeige dir, wie du einen neuen Umgang mit deinem inneren Kind findest – ohne dich von der Angst lähmen zu lassen.

Datum:

02.04.2025

Kategorien:

Einblicke in die Emotionsarbeit mit dem inneren Kind

In diesem Artikel möchte ich dir über ein paar Fallstricke auf meinem Heilungsweg erzählen und wie ich vom Gesetz der Resonanz, der Kraft der Gedanken und dem Daseinlassen der Gefühle zur Emotionsarbeit gekommen bin.

Wenn wir mit Emotionen arbeiten, arbeiten wir mit unverarbeiteten Erfahrungen aus der Kindheit. Ich mache dies gerne bildlich mithilfe des inneren Kindes. Ich kennen mein trauriges inneres Kind schon lange und habe lange gebraucht bis ich ihm wirklich begegnen konnte.

Was sagt mein trauriges inneres Kind?

Was sagt vielleicht dieses traurige innere Kind? Wieso ist es so schwer? Wieso geht es nicht weg? Es hat ja eine Botschaft für mich. Und ich musste lernen, wie ich diese Botschaft entschlüsseln kann. Wie kann ich zuhören?

Das funktioniert nicht einfach mit „Alles darf da sein“, weil das mich manchmal nur darin festhält. Das habe ich wieder in einer KörperGefühl-Gruppenstunde erlebt. Eine Teilnehmerin hatte ganz starke Gedankenkreise, die in ihr Panik auslösten. Als sie dann in die Angst hineingespürt hat, wurde sie förmlich davon überrollt. Ihr Körper geriet in den Notfallmodus.

Abstand zur Angst gewinnen

Da reicht es nicht zu sagen: „Lass es einfach da sein.“ Es war wichtig zu erkennen: „Ja, da ist Angst, und ich würde am liebsten die ganze Zeit sagen: ‚Ich kann nicht, ich kann nicht, ich will nicht.'“

Wir haben die Angst dann bildlich gemacht. „Wie sieht diese Angst aus?“ fragte ich sie. Sie beschrieb sie als eine kleine Maus, die zittert.

Das war ein kraftvoller Moment: So große Angst und doch nur so eine kleine Maus! Danach konnten wir erkunden, was noch im Körper spürbar war. Was fühlt sich ruhig an? Es waren die Füße und wir konnten einen Gegenpol zur Angst spüren.

Wenn die Angst bildlich gemacht wird, kannst du dir vorstellen, sie aus dem Körper herauszunehmen und vor dich zu platzieren. Oder sie in den Garten zu stellen, hinter einen Zaun, und von dort zu betrachten. Das schafft Abstand.

Warum „Alles darf da sein“ nicht immer hilft

Diese Übung zeigt: Manchmal ist es einfach zu viel, die Angst direkt zu fühlen. Sie ist ständig da, sie erschöpft mich. Dann nehme ich bewusst Abstand. Der Körper kommt aus dem Notfallmodus heraus.

Erst dann kann ich mich ehrlich fragen: „Darf das da sein?“ Und sofort kommt: „Nein! Natürlich nicht! Ich will nicht immer Angst haben, also darf sie auch nicht da sein!“

Deshalb hinterfrage ich „Alles darf da sein“ kritisch.

Die Gefahr der Schuldgefühle

Dieses Thema hängt auch mit dem Gesetz der Resonanz zusammen, mit dem ich inzwischen nicht mehr so mitgehe. „Worauf du deine Aufmerksamkeit richtest, das wächst.“

Dieser Gedanke hat mich oft in Schuldgefühle gestürzt. Wenn meine Gedanken kreisten, dachte ich: „Oh nein, jetzt wird alles schlimmer, weil ich zu viel Energie hineinsende!“

Dann versuchte ich zwanghaft, meine Gedanken umzulenken, Meditationen zu machen, mich auf Positives zu konzentrieren. Aber das funktionierte nicht immer.

Warum positives Denken nicht die Lösung ist

Natürlich kann es wohltuend sein, sich auf den Atem zu konzentrieren oder sich vorzustellen, wie Licht in den Körper fließt. Aber das Problem mit dem Fokus auf positive Energie ist, dass es den inneren Kritiker aktiviert:

„Du kriegst es einfach nicht hin! Du verbaust dir alles selbst mit deinen negativen Gedanken!“

Und das ist nicht die Lösung. Denn tief in mir gibt es Anteile, die sagen: „Nein, mir geht es schlecht, weil mir Unrecht getan wurde. Ich kann das nicht einfach loslassen, bis du es siehst und verstehst.“

Diese inneren Anteile schützen mich. Aber wenn ich krampfhaft versuche, meine Energie in eine positive Richtung zu lenken, entferne ich mich nur weiter von mir selbst.

Schutzstrategien erkennen

Wenn ich immer wieder in den gleichen Konflikten lande – sei es mit meinen Mitmenschen, meinen Kindern oder in Beziehungen –, dann liegt das oft an unbewussten Schutzmechanismen.

Es ist entscheidend, diese Schutzstrategien zu erkennen. Was steckt dahinter? Was wird geschützt? Erst dann kann sich wirklich etwas verändern.

Du kannst dich zunächst fragen: welche Emotionen werden durch den Konflikt in MIR ausgelöst. Das kann helfen, sich nicht gedanklich im Kreis zu drehen, sondern zu erforschen worum es wirklich geht. wenn dich die gedankenkreise gar nicht loslassen, stecken oft tiefe emotionale Verletzungen dahinter.

Die Falle der Abhängigkeit von Coaches

Lange Zeit habe ich ausschließlich mit Beraterinnen und Coaches gearbeitet. Sie waren wertvoll für mich, aber ich hatte eine Erwartung: „Ihr müsst mich erlösen!“ Wie ich heute, weiß, saß ein innerer Anteil am Steuer, der sich diese Erlösung so sehr wünschte.

Dadurch habe ich meine Selbstwirksamkeit aus der Hand gegeben. Ich hoffte, dass jemand anderes meine Probleme für mich löst. Erst als ich lernte, selbst Verantwortung zu übernehmen, drehte sich mein Weg um 180 Grad.

Selbstwirksamkeit ist unbezahlbar

Der Wendepunkt kam, als ich eine Gleichgesinnte fand, mit der ich regelmäßig arbeitete. Wir haben gemeinsam erforscht, was in uns los ist. Diese kontinuierliche Praxis hat alles verändert.

Ich musste nicht mehr ständig Geld für teure Coaches ausgeben, sondern konnte mir selbst helfen. Heute weiß ich: Diese Selbstwirksamkeit ist unbezahlbar.

Wer hat das Steuer in der Hand?

Früher hatte oft ein inneres Kind das Steuer in der Hand, das rief: „Bitte erlöse mich!“ Ich gab anderen die Verantwortung für meine Heilung. Heute frage ich mich: „Warum will dieses innere Kind erlöst werden? Wovor will es beschützt werden?“

Wenn ich das erkenne, kann sich etwas verändern. Das Gleiche gilt für den inneren Kritiker, der mich kleinmacht, oder die innere Macherin, die zwanghaft alles positiv sehen will.

Sobald ich weiß, wer das Steuer in der Hand hat, kann ich bewusst damit arbeiten.

Dein Heilungsweg braucht Zeit und Begleitung

Dieser Weg dauert Jahre, nicht Monate. Und er geht nicht allein. Deshalb lade ich dazu ein, sich Begleitung zu holen – sei es durch mich oder andere Gleichgesinnte.

Wenn du das lernen möchtest, komm gerne in meine KörperGefühl-Workshop-Tage für 0 €. Diesmal geht es um „Migräne und gesunde Grenzen“. Auch wenn du keine Migräne hast, kannst du teilnehmen.

Lass mich wissen, ob du dich in diesen Themen wiederfindest oder ob dich etwas überrascht hat. Ich freue mich, von dir zu hören!

Bis bald – deine Sara.

Inhalte dieses Beitrags:

Ähnliche Beiträge