Migräne, Beckenboden und Sexualität: Gibt es einen Zusammenhang?
Kann Migräne mit dem Beckenboden und emotionalen Themen zusammenhängen? Erfahre, warum pauschale Deutungen oft zu kurz greifen und wie dein Körper dir seine ganz eigene Geschichte erzählt.
Datum:
29.06.2026
Kategorien:
von Sara Theile, Heilpraktikerin für Psychotherapie, Tanzpädagogin und Bindungsberaterin
KI-Info: Dieser Artikel wurde aus dieser Podcastfolge mithilfe von KI verschriftlicht.
Wenn wir an Migräne denken, denken wir meistens an Hormone, Stress, Ernährung oder den Trigeminusnerv. Vielleicht hast du auch schon einmal nachgeschlagen, welche emotionale Bedeutung Migräne haben soll. Und vielleicht stand dort etwas wie: unterdrückte Wut, Perfektionismus oder sogar verdrängte Sexualität.
Aber was ist eigentlich dran?
Und vor allem: Was bringt dir dieses Wissen überhaupt?
Ich möchte heute mit dir genau darüber sprechen. Denn ich glaube, wir dürfen bei solchen Aussagen etwas genauer hinschauen. Nicht, um die eine richtige Ursache zu finden, sondern um deinen Körper besser zu verstehen.
Lies jetzt Migräne, Beckenboden und Sexualität: Gibt es einen Zusammenhang?

Können Migräne und das Becken zusammenhängen?
Vor Kurzem wurde mir das Buch „Körperspuren“ von Bernhard Voss empfohlen. Darin beschreibt der Autor unter anderem einen möglichen Zusammenhang zwischen Migräne, dem Becken und verdrängten sexuellen Impulsen.
Das fand ich spannend.
Nicht, weil ich glaube, dass jede Migräne dieselbe Ursache hat. Sondern weil ich es immer interessant finde, wenn wir den Körper nicht in einzelne Bereiche aufteilen, sondern als Ganzes betrachten. Wenn wir uns anschauen, welche Emotionen mit deiner Migräne zusammenhängen, hat das nichts damit zu tun dich in die Psycho-Ecke zu stellen. Migräne ist eine komplexe neurologische Erkrankung und sollte IMMER medizinisch begleitet werden.
Aus meiner Erfahrung weiß ich, dass Migräne von inneren emotionalen Dynamiken verstärkt werden kann. Gleichzeitig möchte ich nicht, dass du dich auf Bücher verlässt, die dir sagen, deine Migräne habe diese und jene seelische Ursache.
Jetzt aber direkt zum Becken und deinem Kopf.
Denn anatomisch gibt es durchaus Verbindungen.
Das Becken steht über die Wirbelsäule, das Rückenmark, Faszien und das Nervensystem mit dem restlichen Körper in Verbindung. Spannungen im Becken können sich deshalb durchaus auf andere Bereiche auswirken – auch auf den Kopf.
Das bedeutet natürlich nicht automatisch:
„Du hast Migräne, weil du ein sexuelles Thema hast.“
So einfach ist unser Körper nicht.
Der Aha-Moment: Wir suchen oft nach der einen Ursache
Ich erlebe häufig, dass Menschen anfangen, ihre Symptome zu analysieren.
Sie schlagen in Büchern nach.
„Migräne bedeutet dies.“
„Blasenprobleme bedeuten das.“
„Rückenschmerzen stehen für jenes.“
Und plötzlich beginnt im Kopf ein neues Gedankenkarussell.
„Dann muss ich wohl mein sexuelles Thema lösen.“
„Dann liegt es bestimmt daran.“
„Wie bekomme ich das jetzt weg?“
Kennst du das?
Ich glaube, genau da verlieren wir häufig den Kontakt zu dem, was unser Körper uns eigentlich erzählen möchte.
Dein Körper ist keine Tabelle
Mit 16 Jahren habe ich mir mein erstes Körper-Geist-Seele Buch gekauft. Da gab es eine lange Liste.
Ich fand es unglaublich spannend nachzuschauen, welche emotionale Bedeutung hinter welchem Symptom stecken könnte.
Heute arbeite ich ganz anders.
Nicht, weil ich glaube, dass diese Bücher grundsätzlich falsch sind.
Sondern weil ich in meiner Arbeit immer wieder sehe:
Jeder Mensch bringt seine ganz eigene Geschichte mit.
Vielleicht steckt hinter einer Migräne tatsächlich ein Thema rund um Scham oder Sexualität.
Vielleicht aber auch eine tiefe Überforderung.
Oder das Gefühl, immer funktionieren zu müssen.
Oder eine emotionale Verletzung, die mit Beziehungen überhaupt nichts zu tun hat.
Der Körper erzählt immer deine Geschichte.
Nicht die aus einem Nachschlagewerk.
Warum gerade das Thema Sexualität oft so sensibel ist
Das Spannende an Sexualität ist:
Für fast alles in unserem Leben haben wir Vorbilder.
Wir lernen durch Beobachtung.
Wie Menschen miteinander sprechen.
Wie Konflikte gelöst werden.
Wie Nähe aussieht.
Doch Sexualität lernen wir meistens nicht durch liebevolle Vorbilder.
Wir sammeln unsere Erfahrungen oft alleine.
Mit Unsicherheiten.
Mit Scham.
Mit Fragen.
Deshalb überrascht es mich überhaupt nicht, dass gerade in diesem Bereich viele emotionale Themen gespeichert sein können.
Nicht nur nach traumatischen Erfahrungen.
Sondern auch durch fehlende Orientierung.
Das Becken speichert mehr als Muskeln
Als Beckenbodentrainerin erlebe ich immer wieder, wie eng Körper und Emotionen zusammenarbeiten.
Viele Frauen kommen wegen körperlicher Beschwerden:
- Beckenbodenschwäche
- Schmerzen
- Inkontinenz
- Senkungsbeschwerden
- Rückenschmerzen
Und gleichzeitig merken sie irgendwann:
„Hier sitzt viel mehr Spannung, als ich gedacht habe.“
Nicht jede Spannung ist emotional.
Aber manchmal lohnt es sich, neugierig zu werden.
Nicht bewertend.
Nicht analysierend.
Sondern spürend.
Ein zweiter Aha-Moment: Vielleicht musst du gar nichts lösen
Das ist mir besonders wichtig.
Wir geraten schnell in dieses Denken:
„Jetzt weiß ich die Ursache. Also muss ich sie lösen.“
Doch genau dadurch entsteht oft neuer Druck.
Der Körper wird wieder zu einem Projekt.
Wieder etwas, das repariert werden muss.
Ich arbeite lieber anders.
Ich frage:
Was zeigt dir dein Körper gerade?
Nicht:
Welche Bedeutung müsste dein Symptom haben?
Das macht einen riesigen Unterschied.
Denn plötzlich musst du nichts mehr beweisen.
Du musst nichts erzwingen.
Du darfst neugierig werden.
Was dein Körper dir erzählen möchte
Ich glaube nicht, dass es die eine Ursache für Migräne gibt.
Genauso wenig glaube ich, dass jedes Beckenthema automatisch mit Sexualität zusammenhängt.
Unser Körper ist viel klüger.
Er erzählt selten nur eine Geschichte.
Meistens ist es ein Zusammenspiel aus Erfahrungen, Emotionen, Stress, Prägungen und körperlichen Faktoren.
Und genau deshalb lohnt es sich, nicht vorschnell Antworten zu suchen.
Sondern zuzuhören.
Mehr dazu in meinem Buch Wenn der Körper erzählt
Lass dich nicht verwirren
Wenn du unter Migräne leidest oder Beschwerden im Becken hast, darfst du dein Becken ruhig einmal mit in den Blick nehmen.
Nicht, weil dort automatisch die Lösung liegt.
Sondern weil dein Körper ein zusammenhängendes System ist.
Vielleicht entdeckst du dort Spannungen.
Vielleicht Emotionen.
Vielleicht auch gar nichts.
Und auch das ist vollkommen in Ordnung.
Denn am Ende geht es nicht darum, die richtige Diagnose aus einem Buch zu finden.
Sondern darum, deinem eigenen Körper zuzuhören.
Er kennt deine Geschichte besser als jede Tabelle.
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Deine Sara
